Bundeskabinett beruft Sylvie Nantcha in die Fachkommission Fluchtursachen

Dr. Sylvie Nantcha, Vorsitzende des Bundesnetzwerks TANG (The African Network of Germany) und CDU-Stadträtin in Freiburg, wurde vom Bundeskabinett als Mitglied der neuen Fachkommission „Fluchtursachen“ berufen. Aufgabe des 24 Mitglieder starken Gremiums ist es, bis Ende 2020 die „wesentlichen Ursachen von Flucht und irregulärer Migration zu identifizieren“ und Vorschläge auszuarbeiten, wie die Fluchtursachen bekämpft werden können. Die Bundesregierung setzt damit einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um.

Flucht und Migration seien eine der größten Herausforderung unserer Zeit, so Sylvie Nantcha. „Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit der Frage beschäftigen, warum sich so viele Menschen in den vergangenen Jahren gezwungen fühlen, ihre Heimat zu verlassen Erst wenn wir die vielfältigen Gründe von Flucht und irregulärer Migration identifiziert und verstanden haben, werden wir in der Lage sein, Fluchtursachen zu bekämpfen.“

Durch die Projekte „Lost Dreams“ und „Gemeinsam durch mehr Teilhabe“ erfuhr Sylvie Nantcha hautnah, weshalb sich Menschen auf den lebensgefährlichen Weg machen.  „Lost Dreams“ klärte mehr als 100 Millionen Menschen in sieben westafrikanischen Ländern über die Risiken der irregulären Migration und die Realität in Deutschland auf. In „Gemeinsam für mehr Teilhabe“ werden derzeit mehr als 1000 Geflüchtete aus Afrika von ehrenamtlichen MentorInnen begleitet und betreut. Das von TANG initiierte und organisierte Projekt „Dein EZ-Projekt – Schritt für Schritt“ schult und coacht in diesem Jahr 170 Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die sich in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit engagieren.

Bei einer Befragung von 1100 Menschen mit afrikanischen Wurzeln recherchierte Nantcha, welchen Beitrag die afrikanische Diaspora mit einem Teil ihrer Überweisungen in die Herkunftsländer zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und Kleinunternehmen leisten könnte. Die Ergebnisse der Umfrage wurden beim 2017 beim Afrika-Tag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und bei der G20 Afrika-Konferenz vorgestellt. Die Ergebnisse dieser Umfrage sollen 2019 und 2020 mit dem Programm „Diaspora Wi/Du Plattform“ von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit gemeinsam mit dem BMZ, dem Afrika-Beauftragten Günter Nooke und der Diaspora in einer Pilotphase umgesetzt werden.

Nantcha wirkte zudem an der Erarbeitung von „Zukunftsszenarien der Migration zwischen Westafrika und Europa“ mit Migrationsexperten und Wissenschaftlern aus zehn EU-Ländern und 17 westafrikanischen Ländern unter der Leitung des Centre for Global Cooperation Research der Universität Duisburg mit.